Bremer Hörforum hilft - Besser Hören im Kino City 46

Bremen, im Oktober 2016. Hörgerätenutzer unter den Besuchern des Kommunalkinos City 46 haben Grund zur Freude: In Zukunft ist die Technik auf ihrer Seite. Eine neue Induktionsanlage im Kinosaal in der Birkenstraße 1 überträgt den Kinosound direkt in ihre Hörgeräte. Das Bremer Hörforum e. V., ein Zusammenschluss Bremer Hörgeräteakustiker, übernimmt Anschaffung und Installation der Anlage.

Der Vorsitzende des Vereins, Jochen Keibel, verweist auf weitere Pläne: „Wir wollen mit unseren Aktionen konkrete Hilfe leisten und wir tun das als Akustiker natürlich für Menschen mit reduziertem Hörvermögen und auch beim Thema Prävention.“

Alfred Tews, Mitarbeiter im Kommunalkino, sagt dazu: „Wir vom Kino City 46 freuen uns außerordentlich, dass das Bremer Hörforum uns diese neue Induktionsanlage zur Verfügung stellt. Damit steht eine Hilfe für Besucherinnen und Besucher mit Hörgeräten zur Verfügung. Dies ist für das Kino ein weiterer Schritt zu einer Verbesserung der bedingten Barrierefreiheit innerhalb unser Möglichkeiten.“

Der Hinweis auf das Kino City 46 kam von Dr. Joachim Steinbrück, Bremens Landesbehindertenbeauftragter, der einen sehr guten Überblick darüber hat, wo Verbesserungen angebracht sind. Er kommentiert: "Ich freue mich sehr darüber, dass jetzt im Kino eine Induktionsschleife verlegt wurde. Dadurch können hörbehinderte Menschen die Kinovorstellungen besser erfahren und genießen."

Das Hörforum sorgt mit seinen Aktionen für mehr Lebensqualität bei Hörgeschädigten. Mangelhafte Barrierefreiheit öffentlicher Räume in Bremen ist deshalb ein wichtiges Thema für die im Bremer Hörforum organisierten Akustiker. Spezielle technische Vorrichtungen ermöglichen Hörgeräteträgern die Teilnahme an Veranstaltungen, die für sie sonst akustisch nicht mehr erlebbar wären. Genau das wird jetzt im City 46 umgesetzt.

Kultur auch akustisch genießen können ist nicht nur eine feine Sache, es hält auch die grauen Zellen auf Trab. Neuere Untersuchungen bei Menschen mit eingeschränktem Hörvermögen weisen deutlich auf einem Zusammenhang zwischen schlechtem Hören und Altersdemenz hin. Wer seinem Gehirn nicht genug „akustisches Futter“ bietet, steigert das Demenz-Risiko erheblich. Ein Besuch beim HNO-Arzt und eine gute Hörgeräteversorgung durch einen Akustiker sind deshalb hilfreich. Wer gut hört, nimmt am Leben teil und sorgt damit auch für seine geistige Gesundheit.


Nach dem großen Erfolg im letzten Jahr:

2. Bremer Hörforum am Sa., 05.11.2016 von 10 bis 17Uhr in der Handwerkskammer Bremen

Nur zwei Wochen nach dem internationalen Hörakustiker-Kongress in Hannover  können sich die Bremerinnen und Bremer mitten in der City über Neuheiten informieren, kostenfreie Hörtests nutzen und verschiedene Vorträge besuchen.

Präsentiert und diskutiert werden in der Handwerkskammer, Ansgaritorstr. 24, viele Aspekte rund um das Thema Hören, darunter

+ Tinnitus - Was man gegen Ohrgeräusche tun kann
+ Brainhearing - Wie gutes Hören fit hält
+ Im-Ohr-Hörgeräte, High-Tech fast unsichtbar
+ Weltneuheiten bei der Hörgerätetechnik
+ Hörgesundheit und Hörvorsorge
+ Klangfinder-Demonstration: verschiedenen Hörgerätetechniken zum Selberhören

Alle Vorträge und Vorführungen werden von Fachleuten präsentiert, die auch gern Fragen beantworten.
 
Wer nichts gegen eine aufkommende Hörschwäche unternimmt, kann gutes Hören verlernen. Zwischen zwölf und 14 Millionen Menschen sind laut Krankenkassen-Information in Deutschland von Schwerhörigkeit betroffen, aber nur 2,5 bis 3,5 Millionen tragen ein Hörgerät. Übertragen auf die Stadt Bremen sind das ca. 80.000 Personen, von denen aber weniger als ein Viertel über Hörgeräte verfügt. Und die Zahl der Menschen mit Hörschäden wächst.

Gründe sind das zunehmende Durchschnittsalter der Bevölkerung, aber auch Schwerhörigkeit in Folge von Lärm nicht nur am Arbeitsplatz. Auch die Dauerbeschallung per Kopfhörer sorgt bei vielen, meist jungen Menschen für Hörschäden. Durch Lärm hervorgerufene Erkrankungen liegen weit vorn in der Berufsgenossenschafts-Statistik zu Berufskrankheiten. Gleichzeitig sieht das Bremer Hörforum deutliche Defizite im Bereich Prävention und Gehörschutz in fast allen Lebensbereichen, vor allem an lauten Arbeitsplätzen, aber auch bei Kindern.

Ein wichtiger Punkt ist zudem die mangelhafte Barrierefreiheit öffentlicher Räume für Hörgeschädigte in Bremen. Spezielle technische Vorrichtungen ermöglichen Hörgeräteträgern die Teilnahme an Veranstaltungen, die für sie sonst akustisch nicht mehr erlebbar wären.  Hier will das Bremer Hörforum dazu beitragen, mehr Räume für Menschen mit Hörschädigungen barrierefrei einzurichten.

Ablaufplan

10.30 Uhr & 14 Uhr

„Modernste Hörsystem Technologie für natürliches Hören und entspanntes Verstehen“
Peter Riemer, Audiologischer Berater, Widex

11.00 Uhr & 14.30 Uhr

„Beflex: Hörgeräte bequem zuhause miteinander vergleichen“
Sebastian Wiesner, Hörgerätemeister in der Audiologie, bernafon

11.30 Uhr & 15 Uhr


„Silk, so einfach kann eine unauffällige Hörlösung sein“
Björn Bretschneider, Audiologischer Trainer, Sivantos

12.00 Uhr & 15.30 Uhr


„OPN – Natürlich alles Hören“
Michael Quante, Trainer Audiologie, Oticon

12.30 Uhr & 16 Uhr

Musikgenuss mit Hörsystemen
Florian Heyn, Produkttrainer, Starkey

13 Uhr & 16.30


Leben mit modernen Hörsystemen „So hört Mann/Frau heute“
Max Eisenhut, Produkttrainer, GN ReSound

In der Zeit von 10.00 - 17.00 Messe aller Aussteller im großen Saal!